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Es ist Montag, der 25.10.2021 um 8 Uhr. Noch werden alle Schüler*innen in den Klassenzimmern getestet. Ganz normal für einen Montagmorgen. Aber für drei 8. Klassen ein besonderer Tag, denn in ca zwei Stunden werden sie mit ihrem Gepäck vor dem Haus Volkersberg bei Bad Brückenau stehen. Nachdem die Koffer verladen sind, machen sich um 8:45 Uhr zwei Busse vom SGA auf.  

Nach einer eineinhalbstündigen Fahrt durch wunderschöne vernebelte Landschaften kommt das ,SGA-Gespann´ am Haus Volkersberg an, welches nach Aussagen einiger Schüler*innen eher an einen Jugendknast erinnert. Zunächst stellen alle ihr Gepäck in einem Verbindungsgang ab, da zuerst das Kennenlernen der Teamer für die drei Tage stattfindet. Dabei gibt es zwar die klassischen Kennlern-Spiele, welche aber mit weiteren Elementen jugendfreundlich angepasst wurden. So muss man beispielsweise die Namen der Teamer erraten.  

Außerdem werden für die drei Tage noch do`s und dont`s festgelegt. 

Anschließend gibt es Mittagessen. Corona-Gemäß und geordnet nach System, holt sich jeder sein Essen vom sehr schön angerichteten Büfett ab. 

Nach dem Essen findet immer die „freie Zeit“ statt, bis es dann noch Kakao und Kuchen gibt. 

Nach dem ,Kafeeklatsch´ geht es auf das weitläufige Außengelände. Es umfasst mehrere Fußballplätze und sogar einen Hochseilgarten. Die Klasse spielt eine abgewandelte Form von „Ochs am Berg!“ mit dem Namen „Wo ist Jack?“ Dabei geht es ähnlich wie bei „Ochs am Berg!“ darum, die drei Beschützer, in dem Fall die Teamer, ohne Bewegungsfehler zu erreichen und anschließend Jack, einen Pömpel mit Gesicht, ohne dass er entdeckt wird, auf die andere Seite zu bringen. Wenn man dies schafft, hat man gewonnen. Auf dem Rückweg zur Jugendherberge gibt es noch ein schönen Sonnenuntergang über den Bergen der Rhön.  

Nach einem leckeren Abendessen findet  ein sogenanntes Abendprogramm der Teamer statt. Aus Holzbauteilen und Metallstangen sollen Seifenkisten gebaut werden. Welches Fahrzeug am weitesten kommt, gewinnt.  

Ab 22 Uhr ist Nachtruhe. Auf dem Weg vom Gruppenraum auf das Zimmer merkt man mal wieder, wie groß das Gebäude ist. Zum Beispiel braucht man im normalen Schritttempo ganze fünf Minuten, um vom Zimmer zum Speisesaal zu kommen.  

Am nächsten Morgen gibt es um 8 Uhr Frühstück. Anschließend findet eine weitere Einheit Indoor-Spiele statt. Eines der lustigsten ist „Ich fahre Zug“. Dabei ist ein Stuhl im Sitzkreis frei und eine Person steht in der Mitte. Die Person, die rechts oder links des freien Platzes sitzt, darf dann aufrücken und alle neben ihr auch. Die Person in der Mitte muss sich bei einer freien Platzgelegenheit ganz schnell auf den freien Stuhl setzten. Daraus ergibt sich ein sehr lustiges Spiel.  

Als das Mittagessen vorbei ist gehen die Schüler*innen ihre eigenen Wege in der „freien Zeit“. Manche spielen Ball in der Turnhalle, andere kaufen sich am Getränkeautomaten etwas zu trinken.  

Nach dem Kaffee und Kuchen (diesmal ohne Schokolade) gibt es noch eine Einheit draußen. Vielleicht ist es sogar die beste Einheit. Zunächst laufen alle wieder zum Fußballplatz – mit leeren Bierkisten.  

Los geht es aber mit einem aufblasbaren Huhn namens Herbert. Man wirft das Huhn und rennt in Teams in einer bestimmt Abfolge. Danach werden die Schüler*innen gebeten sich mit 30 Personen auf bis zu 7 Bierkisten zu stellen. Eine Aufgabe, bei der der Zusammenhalt sehr getestet wird. Anschließend werden die Bierkisten über den Parkplatz verteilt. Alle müssen sich mit teilweise verbundenen Augen, ohne den Boden zu berühren nur mit zwei Bierkisten zum Ziel bewegen. Es dauert ca drei Stunden und schweißt die Klasse stark zusammen. Danach gibt’s noch Abendessen.  

Nach dem Abendessen gibt’s es diesmal kein Programm der Teamer, sondern einen eigens  organisierten bunten Abend. Jedes Zimmer hat etwas vorbereitet. Zusätzlich gibt es noch einen Einzelauftritt von mir. Ich lese einen Nachrichtentext mit Jugendwörtern verfeinert vor. Danach gehen alle wieder auf ihre Zimmer.  

Am nächsten Morgen wird es hektisch. Alle müssen ihre Betten abziehen und ihre Zimmer aufräumen, denn direkt nach dem Frühstück steht das ,SGA-Gespann´ mit laufendem Motor vor der Jugendherberge, um die Truppe mitzunehmen.  Und wieder fahren zwei Busse eineinhalb Stunden durch die Landschaften.  

Und nach dem verhältnismäßig kurzen Heimweg gehen drei erlebnisreiche Tage, die sich wie eine ganze Woche anfühlten zu Ende.  

Von Oliver Kellermann