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Im vergangenen Lockdown im Winter und Frühling dieses Jahres gab es ja Fernunterricht über Videokonferenzen. Damals haben wir  bei uns an der Schule das Programm Microsoft Teams verwendet. Bis auf ein paar kleine technische Störungen bei dem einen oder andern hat das aber ganz gut funktioniert. Wir konnten über Teams chatten, Dateien verschicken oder auch mit Mitschüler*innen telefonieren. 

Doch als wir dann alle wieder in der Schule waren, dann hieß es, dass die MS-Teams-Accounts gegen Ende des Schuljahres auslaufen sollen und es dafür ein Erstatzprogramm namens VISAVID geben soll. Natürlich stellt sich da die Frage: Warum? Denn sonderlich besser als MS Teams soll diese neue VISAVID nicht sein. Die Funktionen sollen sich sogar sehr ähnlich sein. Zudem VISAVID an manchen Stellen z.B. beim Screensharing, also der Bildschirmübertragung für Hefteinträge oder Referate, schlechter sein soll als Teams. 

Der Grund klingt sehr umständlich: Und ehrlich gesagt steht sich das Kultusministerium Bayerns in diesem Punkt mit seiner Datenschutzpolitik selbst im Weg.  

Da Microsoft eine US-amerikanische Firma ist, steht der Server, also der Verwaltungscomputer auch in den USA. Grundsätzlich gilt für den Server das amerikanische Datenschutzrecht, welches allerdings nicht so streng ist wie das europäische. Damit der Datenschutz aber trotzdem wirkungsvoll genug ist, hat das Kultusministerium mit Microsoft einen Vertrag abgeschlossen, in dem das Unternehmen sich verpflichtete für die Schüleraccounts das europäische Datenschutzrecht gelten zu lassen. Allerdings änderte das natürlich nichts daran, dass der Server in den USA stand. Und immer noch steht.  

Daher beauftragte das Kultusministerium eine deutsche Firma ein Videokonferenztool zu entwickeln. Somit kann nunmehr der Datenschutz gewährleistet werden.  

Allerdings wurde das Programm, wie eben schon erwähnt, erst vor einigen Monaten entwickelt und enthält natürlich noch viel mehr Programmierfehler als das 2017 erschienene MS Teams. So konnte man z.B. bis vor einiger Zeit sich noch unerlaubt in fremde Meetings einwählen. Mittlerweile ist dieses Problem zwar schon behoben, aber das Programm läuft wegen der geringeren Bestandsdauer nicht so sauber wie Teams.  

Das Fazit also: VISAVID wurde wegen Datenschutzbedenken bei Teams angeschafft. Bei VISAVID wird der Datenschutz zwar besser eingehalten, aber es läuft nicht so sauber, da es das Programm noch nicht so lange gibt.

Von Oliver Kellermann