Am 1. Dezember 2016 besuchten Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen im Rahmen des Deutschunterrichts das Erthal-Theater in Aschaffenburg. Aufgeführt wurde Lessings Drama "Nathan der Weise", das als Schlüsseltext der Aufklärung und als pointierte Formulierung der Toleranzidee gilt; so wird das Nathan-Stück beschrieben. ...

... Die Schüler/innen waren von dieser Idee fasziniert, inwieweit es den Darstellern gelungen ist, die Thematik auf die heutige Zeit zu übertragen. Zudem war es ein kleines Novum, dass die Schauspielbühne das Stück außerhalb ihrer üblichen Spielzeit aufführte und sozusagen für das SGA eine Sondervorstellung einrichtete. "Dass ihr euch für den Nathan interessiert, freut mich", begrüßte Herr Schaller, der für das Erthal-Theater zuständig ist, seine Gäste. Er selbst spielte die Rolle des Nathan und gab den Schülern zu verstehen, wie sehr sein Herzblut an dieser Figur hinge. Er hätte auch nie gedacht, dass so viele jungen Menschen den Weg ins Theater finden würden. Zusätzliche mussten Stühle aufgestellt werden, um für jeden einen Sitzplatz anzubieten. Die Vorstellung dauerte über zweieinhalb Stunden und dennoch blieben die Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrkräften danach noch sitzen, um mit den Darstellern ins Gespräch zu kommen. Einige Szenen, die für das Stück wesentlich waren, wurden thematisiert. Die Ringparabel, ein Symbolbild für die drei monotheistischen Religionen, ermögliche einen Weg, miteinander in Frieden und Harmonie zu leben: Gott liebe die Menschen gleichermaßen, unabhängig ihrer Religionszugehörigkeit, da alle drei Religionen sein Werk und alle Menschen seine Kinder seien. Die Realität sieht leider anders aus; die Konflikte im Nahen Osten und die Auswirkungen für die Menschen, die vor kriegerischen Auseinandersetzungen fliehen, lassen den Toleranzgedanken des friedlichen Miteinanders nur schwer entstehen. "Wir müssen uns damit auseinander setzen, ob wir wollen oder nicht, um Toleranz und Frieden zu sichern", das war der Tenor des Abends. Alle waren sich einig, dass sie dies wollen.