Klassensprecher - mehr als nur eine schnelle Wahl Dass nicht nur Erwachsene die Chance haben zu wählen, zeigten die Schülerinnen und Schüler des Spessart-Gymnasiums Alzenau am Dienstag, den 09.10.2018. Klassensprecherwahlen stehen an. Und nicht nur das - in diesem Jahr wird zum ersten Mal ...

... ein neues Konzept für die Wahlen angewandt.

Mit diesem neuem Entwurf soll sichergestellt werden, dass die Kandidaten nicht nur aus Beliebtheitsgründen, sondern auch hinsichtlich ihres Engagements gewählt werden. Schließlich soll sich ein Klassensprecher für Jeden in seiner Klasse einsetzen können, vertrauenswürdig sein und vor allem auch Interesse am Schulleben zeigen. Da vor allem die SmV, das Team der Schülermitverantwortung, stets tatkräftige und helfende Hände braucht, hat sie dieses Konzept erarbeitet. Zudem sollen die Heranwachsenden erste anwendbare Grundzüge einer Demokratie erfahren und erlernen. Damit diese Ziele erfüllt werden können, wird sich Zeit genommen. Die Wahlen sollen nicht nur am Rande, während einer Unterrichtsstunde stattfinden. Eine komplette Doppelstunde steht den Schülern nun für die Klassensprecherwahlen zur Verfügung - mit voller Konzentration auf das Geschehen. Die Lehrer dienen hierbei nämlich nur als Aufsichtspersonen, die Verantwortung liegt bei den Schülern selbst.

Jedes Klassenmitglied darf sich selbst aufstellen lassen oder wird von Mitschülern als Kandidat vorgeschlagen. Damit sich die Anderen über die jeweiligen Kandidaten informieren können, werden im Vornherein Steckbriefe von den Kandidaten angefertigt, welche Interessen, Ziele und erste, geplante "Amtshandlungen" kundtun. Am Tag der Wahl, wird ein kleiner "Wahlkampf" betrieben, indem die Kandidaten sich und ihre Eigenschaften vorstellen und die Wählerschaft von sich überzeugen wollen. Wahlsets des Kultusministeriums, die Stimmzettel, Wahlurne und Wahlkabine sowie die Steckbriefe und Plakate, aber auch Informationsmaterialien enthalten, sind hierbei sehr hilfreich. In zwei Wahlgängen - in einem für den eigentlichen Klassensprecher und einem für den Vertreter des Klassensprechers, können die Schüler differenzieren, welchen ihrer Mitschüler sie eher als 1. oder 2. Klassensprecher sehen, und danach dann ihre Stimme abgeben. Alle neu gewählten Klassensprecher verpflichten sich, die 1. SmV-Versammlung zu besuchen, um sich hoffentlich im laufenden Schuljahr weiterhin in der Schülermitverantwortung zu engagieren.

Besonders in den niedrigeren Stufen kommt der neue Entwurf sehr gut an. Die jungen Schülerinnen und Schüler haben Spaß daran, Wahlplakate zu entwerfen und die Aufregung einer Wahl mitzuerleben. Gerade im Hinblick auf die anstehenden Landtagswahlen ist es wichtig, dass sich junge Menschen mit der Thematik der Demokratie und dem damit verbundenen Recht zu wählen, befassen. Die Klassensprecherwahlen können durch das neue Konzept zeigen, dass es um mehr geht als um eine schnelle Wahl zwischendurch: nämlich um die Wertschätzung von Engagement und die authentische Durchführung einer Wahl, das Hinterfragen der eigenen Stimme und das Erlernen von Grundbausteinen der Demokratie.

Stimmen aus der Schulfamilie:

Hannah Lott, 10b "Ich finde es gut, dass auch mal engagierte Schüler die Chance haben Klassensprecher zu werden, nicht nur die Beliebtesten."

Christian Conradi, Schulleiter "Ich finde das eine klasse Idee, weil die erste demokratische Wahl, die man durchführen kann, an der Schule stattfindet und demokratische Prinzipien eingeübt werden können."

Helena Wissel, 9+a "Ich finde es ist eine neue, gute Erfahrung mit echten Stimmzetteln zu wählen. Außerdem klingt das neue Wahlsystem sehr vielversprechend."