Bunter und vielfältiger können die Eindrücke kaum sein als auf dem gigantischen Kultur- und Buchfest in Frankfurt. Schülerinnen und Schüler der Oberstufe des Spessart-Gymnasiums waren beim Fachbesuchertag auch in diesem Jahr dabei. Da wird diskutiert, gelesen und interviewt, Bücher werden signiert ...

... und die Stars der Buchbranche fotografiert – und nach der Messe wird heftig gefeiert. Das Gastland Norwegen stellt sich mit Antennen vor – oder sind es doch globalisierte Vermittlungsdrähte? Angebotene Verbindungen, an die wir anknüpfen können, um den „Traum, den wir tragen“ in Erfüllung gehen zu lassen.

Das Gastland hat es auf unser Innerstes abgesehen, weiß um die Wirkung von guter Literatur, die Herzen zu öffnen verstehe und Leser an unbekannte Orte entführe. Offiziell wird die Intention der Präsentation Norwegens folgendermaßen formuliert: „Mit Kultur, in allen ihren Erscheinungs- und Ausdrucksformen, möchten wir Geschichten darüber erzählen, wer wir sind. Norwegen ist „am Rande“ Europas gelegen, dem Ozean zugewandt und hat über 100.000 Kilometer Küste, die weit über den nördlichen Polarkreis hinausreicht... Die großen Migrationsbewegungen unserer Tage verändern unsere Welt und schaffen neue Einblicke und Vorstellungen. Wir wollen aufzeigen, wie das moderne multikulturelle Norwegen den Weg in die Zukunft ebnet, und wie Kreativität dazu beitragen kann, die Welt zu verändern.“

Tief beeindruckt von diesen hehren Zielen und der großartigen Wortwahl der Norweger setzen wir unseren Rundgang fort. Juan Moreno erklärt bei der Süddeutschen Zeitung, wie er die Lügen des Spiegeljounalisten Claas Relotius aufdecken konnte und überzeugt uns von der freiwilligen Selbstkontrolle unserer Medien als vierter Gewalt im Staat. Das macht Hoffnung. Wir treffen uns alle im Frankfurter Pavillon bei der Präsentation von Elif Shafak. Sie liest in gestochen scharfem Englisch aus ihrem neuen Roman „Unerhörte Stimmen“, eine Hommage an Istanbul, an die starken türkischen Frauen und an die Menschenwürde.

Wir sind fasziniert und nehmen uns vor: Im nächsten Jahr kommen wir wieder! Deutschkurs, Q12 sowie DraGa-Kurs und W-Seminar Drama Hier der Wortlaut des Gedichts von Olav H. Hauge, aus dem das Motto der diesjährigen Buchmesse stammt:

 

Das ist der Traum Das ist der Traum, den wir tragen,

daß etwas Wunderbares geschieht, geschehen muß –

daß die Zeit sich öffnet,

daß das Herz sich öffnet,

daß Türen sich öffnen,

daß der Berg sich öffnet,

daß Quellen springen –

daß der Traum sich öffnet,

daß wir in einer Morgenstunde gleiten

in eine Bucht, um die wir nicht wußten.

 

(Die deutsche Übersetzung "Das ist der Traum" („Det er den draumen“ von Dropar i austavind, Noregs boklag 1966) stammt von Klaus Anders und wurde dem Werk Olav H. Hauge, Gesammelte Gedichte, Edition Rugerup, Berlin / Hörby, Schweden 2012, entnommen. Beitrag von Jan Inge Sørbø, Autor der Nynorsk litteraturhistorie (Verlag Det Norske Samlaget, 2018)