Der US-amerikanische Journalist Theo Padnos war am Freitagabend zu Gast am Spessart-Gymnasium. Theo Padnos ist auf dem Gebiet der arabischen Welt und des Islamismus spezialisiert und war von Oktober 2012 bis August 2014 Gefangener von Al-Qaida in Syrien.

Am Freitag erreichte er das SGA wegen des regen Treibens auf der Autobahn zwischen Berlin und Alzenau mit etwas Verspätung. Daher musste kurzerhand improvisiert werden, sodass sein eigentlich noch gar nicht erschienener Film "Theo who lived" zu seiner zweiten Europa-Premiere kam. Mit etwa einer halben Stunde Verzögerung konnte Theo Padnos dann aber endlich mit den zahlreich erschienen Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch treten.

Durch seine besondere Persönlichkeit und seinem sympathischen Auftreten zog er das Publikum schnell in seinen Bann und sorgte trotz des ernsten Themas auch für einige Lacher. Viele Fragen zielten nicht nur auf seine Gefangenschaft in Syrien ab, sondern auch auf seine Meinung zur aktuellen Lage in Syrien wie auch in den USA nach den Präsidentschaftswahlen. Nicht alles konnte oder wollte er vollständig beantworten – beispielsweise die Frage nach den genauen Hintergründen seiner Freilassung oder nach der Präsenz der Geheimdienste in seinem gegenwärtigen Leben.

Padnos sagte, es sei nachvollziehbar, dass sich Menschen im Nahen Osten radikalisieren, wenn die USA und ihre Verbündeten sie über Jahrzehnte hinweg bombardieren würden. Als Anhänger von Bernie Sanders zeigte er auch eine deutlich ablehnende Haltung gegenüber dem wohl zukünftigen US-Präsidenten Donald Trump.

Theo Padnos war überrascht und sehr dankbar dafür, dass so viele Leute Interesse daran hatten, seine Geschichte zu erfahren und mit ihm zu diskutieren. Auch lange nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung war er trotz seiner starken Erkältung noch dazu bereit, mit den Gästen zu diskutieren.

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