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Geschichte

Besuch der KZ-Gedenkstätte Dachau

Im Rahmen des Geschichtsunterrichts fanden am 14.03. und 21.03. die Gedenkstättenfahrten für die gesamte 9. Jahrgangsstufe statt, die uns dieses Jahr nach Dachau führten. Um kurz nach 5 Uhr morgens starteten die jeweiligen Exkursionen am SGA und wir fuhren mit dem Bus knapp vier Stunden nach Dachau, in der Nähe von München. Dort angekommen hatten wir eineinhalb Stunden Zeit, uns in Zweier- bzw. Dreiergruppen eigenständig die Ausstellung, welche im ehemaligen ,,Schubhaus“ untergebracht ist, anzusehen. Anschließend trafen wir uns am Eingang mit der jeweiligen Referentin bzw. dem jeweiligen Referenten, welche bzw. welcher mit uns zunächst zum Stammhaus der damaligen Pulver- und Munitionsfabrik ging, auf deren angrenzendem Gelände dann das spätere Konzentrationslager errichtet wurde. Heutzutage werden die Liegenschaften des Stammhauses durch die Bayerische Bereitschaftspolizei genutzt. Wenig später betraten wir auch schon das ehemalige Häftlingslager durch das berüchtigte Eingangstor mit der verhöhnenden Inschrift ,,ARBEIT MACHT FREI.“ Auf dem Gelände gingen wir noch einmal durch die Ausstellung, wobei wir einige für uns bisher noch unbekannte, interessante sowie auch erschreckende Informationen erhielten. Im Anschluss gingen wir durch eine der nachgebauten Häftlingsbaracken, welche im Jahr 1965 rekonstruiert wurden und am Anfang der ehemaligen Lagerstraße stehen. Auf dem Weg zum etwas abgelegenen ehemaligen Lagerkrematorium erhielten wir weitere lehrreiche Einblicke in den damaligen Alltag der Häftlinge wie zum Beispiel, dass sie heimlich den Löwenzahn am Rand der Lagerstraße pflückten, da ihnen die Stärke dieser unscheinbaren Pflanze als zusätzliche Nahrung diente. Auch wurden die Häftlinge kurz vor dem Erreichen des elektrisch geladenen Stacheldrahtzaunes, in der so genannten Todeszone, erschossen, da sich die SS-Männer auf den Wachtürmen einen Spaß daraus machten, den Häftlingen jegliche Hoffnung zu nehmen, sich auf diese Art selbst das Leben zu nehmen und ihr Leid zu beenden. Außerdem wurde dadurch auch verhindert, dass in diesem Bereich des Zauns der Strom bei Berührung ausfällt. Beim Krematorium angekommen erfuhren wir, dass bei der Befreiung des Lagers durch die US-Armee sich vor dem Krematorium Stapel von Leichen aufgetürmt haben, welche von den Befreiern zwecks Dokumentation fotografiert wurden. Zwischen 1933 und 1945 starben im KZ Dachau rund 41.500 Menschen an Krankheit, Hunger und Entkräftung, aber auch durch Folter und Mord. Die Begehung der Gaskammer, getarnt als Brausebad, und des Raums mit den Verbrennungsöfen war für viele Schülerinnen und Schüler ein Schock. Nach dem geführten Rundgang war noch einmal Zeit, das ehemalige Lager in Kleingruppen zu erkunden. Viele nutzten diese, um sich das ehemalige Lagergefängnis anzusehen. Dieses verfügte über vier Stehzellen, aber auch Zellen für Dunkel- und Einzelhaft waren vorhanden. Auch dieses Gebäude war für viele Schülerinnen und Schüler sehr beklemmend und die audiovisuellen Zeitzeugenberichte tief bewegend. Auf der Rückfahrt nach Alzenau herrschte im Bus ob des Erlebten großes Schweigen und tiefe Betroffenheit. Kollektiv herrschte die Auffassung, dass jeder ein ehemaliges Konzentrationslager einmal gesehen haben muss und dass sich solches Unrecht niemals wiederholen darf.