Zum Hauptinhalt springen

Ein Nachmittag im Zeichen des Ἀγὼν Ἑλληνικός

Griechisch

Ein Nachmittag im Zeichen des Ἀγὼν Ἑλληνικός

Roadshow der Timaios-Gesellschaft am Spessart-Gymnasium Alzenau - Wer glaubt, eine Informationsveranstaltung zur Wahl der dritten Fremdsprache sei eine trockene Angelegenheit aus PowerPoint-Folien und wohlmeinenden Appellen, wurde am Spessart-Gymnasium eines Besseren belehrt. Die Timaios-Gesellschaft brachte ihren Ἀγὼν Ἑλληνικός nach Alzenau - und verwandelte die Entscheidung für oder gegen Griechisch in einen ebenso klugen wie unterhaltsamen Nachmittag.

Das Konzept ist ebenso einfach wie durchdacht: Schülerinnen und Schüler sollen das Fach nicht nur erklärt bekommen, sondern erleben dürfen; Eltern wiederum sollen erfahren, was wirklich hinter dem Wort „Griechisch“ steckt - jenseits der verbreiteten Sorge, man könne damit „später nichts anfangen“.

Nach einer Begrüßung, in die sich die Schule selbst einbrachte, übernahm ein Schüler-Conférencier das Kommando. Mit einer Mischung aus Humor, persönlichen Erfahrungen und kurzen medialen Impulsen führte er in die Welt des Griechischen ein. Dabei wurde schnell klar: Hier geht es nicht um museale Altertumspflege, sondern um Sprache, Denken und Kultur, die bis heute nachwirken.

Dann trennte sich die Versammlung - pädagogisch klug und dramaturgisch geschickt. Während die Eltern den Saal verließen und in komprimierter Form erfuhren, warum das griechische Alphabet kein pädagogischer Endgegner ist und weshalb Begriffe wie „Demokratie“, „Philosophie“ oder „Theorie“ ohne Griechischkenntnisse eigentlich nur halb verstanden sind, stürzten sich die Schülerinnen und Schüler in den eigentlichen Agon, den Wettbewerb.

An mehreren Stationen wurde gerätselt, kombiniert und gelacht: Mythologische Gestalten wollten erkannt, geografische Kenntnisse getestet und Buchstaben entschlüsselt werden. Punkte wurden gesammelt, Kooperation war gefragt – und ganz nebenbei wich die anfängliche Fremdheit gegenüber der ungewohnten Schrift einer gewissen Vertrautheit. Spätestens wenn man sein erstes Wort entziffert hat, fühlt sich das Alphabet nicht mehr wie Hieroglyphen an.

Zum Abschluss versammelten sich alle wieder im Plenum. Die Spannung war greifbar, als die Sieger gekürt wurden. Neben kleinen Preisen stand am Ende vor allem eine spürbare Erkenntnis im Raum: Die Entscheidung für Griechisch ist keine nostalgische Liebhaberei, sondern eine bewusste Wahl für Tiefgang. Und wer an diesem Nachmittag dabei war, dürfte gemerkt haben, dass hinter den seltsam anmutenden Buchstaben weniger Fremdheit steckt als vielmehr eine Einladung - zum Fragen, zum Denken und vielleicht sogar zum Staunen.

Wir danken der Timaios-Gesellschaft, dem Vorsitzenden Roland Jurgeleit und seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern aus aktiven und ehemaligen Schülerinnen und Schülern herzlich.