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Zeitzeugengespräch mit Hans-Christian Hermsdorf

Geschichte

Zeitzeugengespräch mit Hans-Christian Hermsdorf

In der Reihe der Zeitzeugengespräche, welche die Fachschaft Geschichte des SGA regelmäßig für die Schülerinnen und Schüler organisiert, durfte sie in diesem Jahr Herrn Hans-Christian Hermsdorf begrüßen, der den 10. Klassen aus seinem bewegten, ereignisreichen Leben berichtete. In seinem Vortrag veranschaulichte er seinem sehr aufmerksamen Publikum seinen Lebensweg und dabei vor allem, was es für ihn bedeutete, in der DDR aufzuwachsen und zu leben, und was ihn zu dem folgenschweren Schritt bewegt, mit einem Freund im Juli 1968 einen Fluchtversuch zu unternehmen, der mit der Festnahme an der bulgarisch-jugoslawischen Grenze endete und ihm eine Verurteilung wegen versuchter Republikflucht und eine Haftstrafe von 20 Monaten einbrachte. Nach seiner vorzeitigen Entlassung auf Bewährung 1969 fügte Herr Hermsdorf sich aber nicht dem System, sondern begann seinen zweiten Fluchtversuch zu planen, den er am 14. August 1970 um 21:30 Uhr am Strand von Boltenhagen begann und den er dieses Mal am Folgetag um 4:30 Uhr mit der Aufnahme durch ein Fischerboot aus Travemünde nach 21 km Seeweg, 3 Stunden schwimmend und dann mit der Luftmatratze, erfolgreich beendete. Ebenso anschaulich schilderte er sein weiteres Leben, in dem er nach einer Amnestie für Geflüchtete sich wagte, wieder in die DDR zu reisen und dabei auch private Botendienste für Freunde zu erledigen, und in dem er den Untergang des Staates DDR 1989 erlebte.

Das Spessart-Gymnasium bedankt sich herzlich bei Herrn Hermsdorf für den lebendigen Vortrag, der einen tiefen Einblick in die Geschichte der DDR aus seinem Blickwinkel bot.