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Besuch auf dem jüdischen Friedhof Hörstein

Religion

Besuch auf dem jüdischen Friedhof Hörstein

Am Montag, dem 22.06.2026, besuchte die Katholische Religionsgruppe 9 c/e des Spessart-Gymnasiums den jüdischen Friedhof im Ortsteil Hörstein. Hintergrund war das im Lehrplan behandelte Thema „Begegnung mit dem jüdischen Glauben“, bei dem wir uns nicht nur mit jüdischen Festen, der wechselvollen jüdischen Geschichte und der zentralen Bedeutung der Tora für die Lebensgestaltung beschäftigt haben. Wir wollten besonders auch dem jüdischen Leben vor Ort nachspüren.
Mit Herrn Oded Zingher führte uns der Kenner des jüdischen Friedhofs schlechthin: Dieser hatte, wie er uns selbst berichtete, vor einigen Jahrzehnten zugesagt, die hebräischen Texte der Grabsteine zu übersetzen und dafür einige Monate veranschlagt, aus denen dann aber acht Jahre geworden sind. Unter dem Titel „EHRE DEINE ELTERN. Der jüdische Friedhof in Hörstein“ ist bereits 2004 von ihm ein knapp 300-seitiger Band in den Alzenauer Beiträgen zur Heimatgeschichte erschienen.
Mittlerweile sind seine Forschungen zum jüdischen Friedhof in Hörstein auch digital zugänglich, was sich unsere Schüler im zweiten Teil der Führung zu Nutze machten. Dabei ermittelten sie – eingeteilt in sieben Gruppen – jeweils bestimmte Grabsteine der Familie Hamburger und legten jeweils einen Gedenksteine nieder; diese hatte Oded Zingher eigens für unsere Führung von seinem Freund aus Jerusalem mitbekommen.
Nach ausführlichen Informationen zum religiösen Leben, der jüdischen Zeitrechnung nach dem Mondjahr sowie wichtiger biblischer Persönlichkeiten wie Abraham, Mose, David oder Salomo überraschte uns Herr Zingher, als er kurz mit seinem Freund in Israel telefonierte und ihm per Smartphone unsere Reliklasse auf dem Friedhof zeigte, die dann die von ihm ausgewählten Steine auf den Gräbern seiner Vorfahren niederlegte.
Auch wenn die Temperaturen am Vormittag mittlerweile recht hochsommerlich geworden waren, machte sich unsere Gruppe wieder wacker zu Fuß auf den Rückweg zur Schule und konnte dabei die vielfältigen Eindrücke setzen lassen.
Wir danken Oded Zingher für sein großes Engagement und der Initiative „Demokratie stärken, Vielfalt leben“, die durch Gertraud Scholz bei der Kontaktaufnahme behilflich war.