Wer glaubt, die Römer hätten nur in Rom gelebt, wurde bei der Latein-Exkursion der 7cd ins Römermuseum Großkrotzenburg eines Besseren belehrt: Auch am Main war vor fast 2.000 Jahren richtig viel los. Im Rahmen des Lateinunterrichts begaben sich die Schülerinnen und Schüler auf eine Zeitreise an den Limes - ganz ohne Sandalen, Lorbeerkranz und Marschgepäck.
Im Mittelpunkt stand das ehemalige castellum, das römische Kastell von Großkrotzenburg. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, wie die Soldaten dort lebten, arbeiteten und Wache hielten. Dabei wurde schnell klar: Ein römischer Soldat war weit mehr als jemand mit Helm und Schwert. Er musste bauen, reparieren, organisieren - und vermutlich auch ziemlich viel marschieren.
Im Museum gab es zahlreiche spannende Funde zu entdecken. Waffen, Münzen, Keramik und Ziegel mit römischen Stempeln erzählten Geschichten aus dem Alltag der Soldaten. Besonders erstaunlich war das römische Ärztebesteck: Skalpelle, Pinzetten und andere Instrumente zeigten, dass die Römer medizinisch schon ziemlich weit waren - auch wenn ein Arztbesuch damals vermutlich nicht ganz so angenehm war wie heute.
Ein Blick in die Militärziegelei zeigte, dass die Römer echte Baumeister waren. Millionen von Ziegeln mussten hergestellt werden, damit Kastelle, Bäder und andere Gebäude entstehen konnten. Die römische Bauindustrie lief also schon vor 2.000 Jahren auf Hochtouren.
Auch die Kugelamphoren sorgten für Interesse. Die Gefäße zeigen, dass die Römer wahre Meister der Vorratshaltung und des Transports waren. Ob Wein, Öl oder andere Waren: Ohne gute Logistik hätte das riesige Römische Reich nicht funktioniert.
Spannend wurde es auch bei den Themen Bestattung und Religion. Grabbeigaben zeigten, wie die Römer mit dem Tod umgingen und wie wichtig ihnen die Erinnerung an Verstorbene war. Beim Mithraskult erfuhren die Schülerinnen und Schüler von einer geheimnisvollen Religion, die besonders bei Soldaten beliebt war - mit geheimen Ritualen und unterirdischen Heiligtümern, fast wie ein antiker Geheimclub.
Zum Schluss ging es um den Handel zwischen Römern und Germanen. Der Limes war nämlich keine hermetische Grenze, sondern eher eine antike Kontaktbörse: Die Germanen lieferten unter anderem Pelze, Honig und Bernstein, während die Römer Wein, Keramik, Glas und Metallwaren exportierten. Offenbar funktionierte der internationale Handel schon damals - nur ohne Online-Bestellung und Expressversand.
Die Exkursion zeigte eindrucksvoll: Geschichte ist nicht nur etwas aus Büchern. In Großkrotzenburg konnten die Schülerinnen und Schüler die römische Vergangenheit direkt vor der Haustür entdecken - und feststellen, dass die Römer vielleicht gar nicht so anders waren als wir: Sie bauten, handelten, feierten, glaubten und mussten ihren Alltag genauso organisieren wie wir heute.