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Probekochen mit Petron: ein Selbstversuch des Lateinkurses Q12

Latein, Projekte • •

Probekochen mit Petron: ein Selbstversuch des Lateinkurses Q12

Trimalchio, ein neureicher Freigelassener, bietet bei seinem Gastmahl alles auf, um seine Gäste zu beeindrucken. Exotische Gerichte, ungewöhnliche Zutaten und jede Menge Show gehören bei ihm selbstverständlich dazu.

Da lag es natürlich nahe, nach der Lateinlektüre selbst einmal den Kochlöffel zu schwingen. Allerdings entschieden wir uns gegen die ganz große römische „Haute cuisine“: Flamingozungen und Haselmäuse mit Mohn klangen dann doch eher nach einer Herausforderung, auf die wir gerne verzichteten.

Also ging es an eine etwas alltagstauglichere Auswahl aus der römischen Küche: Auf unserem Speiseplan standen Pilze mit Frühlingszwiebeln, gefüllte Eier, Moretum (Kräuterquark), ein Linsensalat und Fladenbrot. Apfelmus mit Zimt sollte es zum Nachtisch geben.

Und so machten wir uns voll Tatendrang an einem Freitagnachmittag im Juli ans Werk: Das Gemüse wurde geschnippelt und mit zahlreichen Gewürzen und frischen Kräutern abgeschmeckt. Besonders die gefüllten Eier hatten es in sich. Ihre Zubereitung erwies sich als deutlich komplizierter als zunächst gedacht. Die Eier wurden mit einer Mischung aus Eigelb und zerstoßenen Pinienkernen gefüllt. Spätestens beim Einfüllen der Masse in die leeren Eihälften waren Teamwork und die richtige Technik gefragt.

Auch der Linsensalat war auf Anhieb ein echter Volltreffer und schmeckte erstaunlich frisch und lecker. Ebenso konnte das Schmorgericht aus Pilzen und Lauchzwiebeln überzeugen. Und so wurde aus einem Unterrichtsthema schließlich ein kleines römisches Festmahl, bei dem nicht nur gelesen, sondern auch geschnippelt, abgeschmeckt, probiert und natürlich gemeinsam gegessen wurde.

Zwar gab es keine spektakulären Überraschungen auf den Tellern und auch kein exotisches Tier auf der Speisekarte, aber dafür jede Menge Spaß und gute Laune.

Unser Fazit: Latein kann man nicht nur übersetzen – man kann es manchmal auch probieren! Und während Trimalchio wahrscheinlich darauf bestanden hätte, seinen Gästen zumindest ein gefülltes Wildschwein zu servieren, waren wir mit unserer Auswahl sehr zufrieden.

Die Cena Trimalchionis ist damit für uns nicht nur eine Lektüre geblieben, sondern tatsächlich auf dem Teller gelandet – und das ganz ohne die berühmt-berüchtigten Siebenschläfer!