Zwei Rekorde stellte das Spessart-Gymnasium Alzenau bereits vor dem eigentlichen Wettkampf in Markt Schwaben (bei München) auf: Zum einen hatten wir mit ca. 400 km die mit Abstand weiteste Anreise aller bayerischen Mannschaften, zum anderen waren wir die einzige Schule in ganz Bayern, die sich mit gleich drei Teams für das hochkarätig besetzte Landesfinale am 21.07.2026 qualifizieren konnte.
Gemeinsam mit dem Egbert-Gymnasium aus Münsterschwarzach durften wir bereits am Vortag anreisen und kamen nach 6 ½ Stunden Reisezeit (mit Staus und vorgeschriebenen Pausen für den Busfahrer) gut an unserem Hotel in Kirchheim bei München an.
Am nächsten Morgen wurde es dann ernst: In spannenden Wettkämpften, bei denen jeweils neun Teams (die sieben Bezirkssieger, die beste Schule aus München und das beste zweitplatzierte Team aus allen Vorentscheiden) starten durften, konnten unsere Schülerinnen und Schüler zahlreiche Bestleistungen aufstellen und beim Kampf um die Medaillen mit eingreifen.
Unsere Jüngsten (Mixed IV, Jg. 2013-15) lagen durchgängig auf den vorderen drei Rängen, wurden aber im abschließenden 800m-Lauf noch knapp distanziert: So war man trotz hervorragender Leistungen am Ende über den 4. Platz doch etwas enttäuscht. Auch weil der Abstand mit unseren 5.450 Punkten zum 2. (5.491) und 3. (5.470) aus München und Fürstenfeldbruck extrem knapp war und wir verletzungsbedingt auf unseren stärksten Hochspringer (Paul Kenmoe Mbock: 1,52m beim Bezirksfinale!) verzichten mussten.
Bemerkenswert war, dass unsere Mädchen im internen Vergleich die Jungs im Sprint und Lauf hinter sich lassen konnten, so über 50m Matilda Wahl in 7,43e Levin Schulz mit 7,53e und über 800m Anna Limbach (2:42,08) und Victoria Werner (2:42,86) Maximilian Reus (2:46,51) bzw. die Mädchen gleich stark waren (im Hochsprung mit jeweils 1,42 Carla Goedecke und Armin Hohmann). Nur im Wurf (Emilio Echevarria mit 47,0 zu 37,0 Meter von Charlotte Andresen) und im Weitsprung (Armin Hohmann mit 4,68 zu 4,44 von Carla Goedecke) hatte das „starke Geschlecht“ die Nase vorn. Äußerst beeindruckend lief unsere Mixed-Staffel (Matilda, Anna, Levin und Armin) die 4x50m in 27,15 Sekunden und glänzte dabei besonders durch sehr harmonische Wechsel.
Verstärkt wurde das Team zudem durch Evelin Schudler und Paul Weismantel.
Bei den Jungen II (Jg. 2009-11) wiederholte sich die Geschichte – allerdings unter umgekehrten Vorzeichen: so lagen die Alzenauer vor dem abschließenden 800m-Lauf knapp auf Rang 4, konnten aber durch die extrem starken Zeiten von Louis Kempf (2:06,31) und Hanno Moll (2:10,50) den Rückstand aufholen und mit 8.025 Punkten die Gymnasien aus Bamberg (7.999) und Spardorf (7.915) „abfangen“. Die SGA’ler waren mit einem Schulrekord über 4x100m (45,68 Sek. durch Hanno, Tom Uhl, Aaron Graf und Louis) grandios in das Landesfinale gestartet und lieferten einen sehr ausgeglichenen Wettkampf: Im Hochsprung hielt man die Verluste mit jeweils 1,58 von Ben Pannier und Carlo Jünger in Grenzen und verlor auch im Kugelstoßen (Ilian Winterschladen 11,59 und Julian Bundschuh 10,22) nicht allzu viel auf die Konkurrenz. Dafür brachten die 100m mit 11,92e durch Tom Uhl (neue PB!) und 11,94e durch Louis Kempf, sowie der Weitsprung (Ilian 6,00; Tim Rottländer 5,35/ PB) und Speerwurf (Ilians 48,16 und Julians 33,23/ PB) mächtig viele Punkte.
Die Freude über das Bayern-T-Shirt und die Silbermedaille war riesig, zumal das Werner-Heisenberg-Gymnasium aus Garching mit 8.314 Punkten uneinholbar vor uns lag.
Eine ähnliche Glanztat traute Trainer Michael Schrauder auch den Mädchen II (Jg. 2009-2011) zu, die mit der drittbesten Vorleistung aller gemeldeter Schulen in das Landesfinale eingezogen waren. Doch die Nachricht, dass mit Emma Hoyer unsere deutsche Spitzenathletin über die Mittelstrecke und immer noch extrem starke Mehrkämpferin krankheitsbedingt absagen musste, dämpfte die Hoffnungen der SGA’lerinnen deutlich. Der 5. Platz war am Ende sehr respektabel, zumal man bei den kurzfristigen Umstellungen im Speerwurf und Hochsprung Mädchen einsetzten musste, die diese Disziplinen noch nie oder seit langem zum ersten Mal wieder ausübten. Umso erstaunlicher war die Tatsache, dass die „Ersatz-Hochspringerin“ Anna Fleckenstein mit 1,54 fast so hoch sprang wie unsere besten „Jungs“ und eine tolle neue Bestleistung aufstellte. Weitere starke Ergebnisse lieferte unsere Mehrkämpferin Paulina Ritter (Speer 32,80; Hoch 1,46; Kugel 10,70).
Zur guten Teamleistung trugen zudem bei: Luisa Witulski (100m: 13,49e; Weit: 4,53), Paula Löffler (100m: 13,89), Carlotta Hein (Kugel: 9,03), Mathilda Werner (800m: 2:38,28/ PB) und nochmals Anna Fleckenstein (Weit: 4,17 und 800m in 2:37,44), sowie Johanna Baumann (als dritte und jüngste 800m-Läuferin in 2:38,28) und Loreen Englert in der Staffel.